
Wechselwilligkeit 2025: Gründe gegen einen Arbeitgeberwechsel
Sei es ein zu niedriges Gehalt oder ein zu hohes Stresslevel. Die Gründe für einen Wechsel des Arbeitgebers sind vielfältig. Doch was bewegt die Mitarbeitenden, sich gegen einen Absprung und für den Arbeitgeber zu entscheiden? Das sind die Antworten.
Wechselwilligkeit-Studie 2025: Gründe zum Bleiben
Laut einer aktuellen Umfrage beschäftigen sich 61 Prozent der Befragt*innen nicht mit einem Wechsel des Arbeitgebers. Doch was sind die Gründe dafür?
An erster Stelle steht, auch wenig überraschend, der kollegiale Zusammenhalt. Dafür stimmten 61 Prozent der Teilnehmenden. Für Frauen ist es mit 63 Prozent sogar noch minimal wichtiger als für Männer mit 59 Prozent.
Knapp dahinter folgt mit 60 Prozent der Faktor „Jobsicherheit“. Ebenfalls wenig überraschend in immer noch wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Das Treppchen komplettiert mit 59 Prozent der Faktor „Arbeitsaufgaben“.
Gehalt weiter hinten
Gehalt als Grund zum Bleiben? Dafür stimmten bloß 53 Prozent. Für „Wertschätzung durch den jetzigen Arbeitgeber“ votierten bloß 44 Prozent. Der erste Faktor, für den weniger als die Hälfte der Teilnehmenden stimmte. Auch der Punkt „Work-Life-Balance“ erhielt bloß 38 Prozent Zustimmung.
Vor allem die letzten beiden Aspekte sollten Unternehmen in Alarmbereitschaft versetzen. Denn immer mehr Arbeitnehmende, allen voran die Generation Z, setzen auf eine ausgewogene Work-Life-Balance sowie eine wertschätzende Arbeitsumgebung.
Zwei Bereiche, in denen Unternehmen durch schnelles und aktives Handeln relativ kurzfristig positive Veränderungen bewirken können. Sei es durch die Nutzung einer digitalen Arbeitszeiterfassung oder das Anbieten von flexiblen Arbeitszeitmodellen.
Ein Blick auf das gesamte Ranking:
Gründe gegen einen Jobwechsel | Angaben in Prozent |
---|---|
kollegialer Zusammenhalt | 61 |
Jobsicherheit | 60 |
Arbeitsaufgaben | 58 |
Gehalt | 53 |
Wertschätzung durch den jetzigen Arbeitgeber | 44 |
Work-Life-Balance | 38 |
Unternehmenskultur | 30 |
Führungskraft | 27 |
Benefits und Vergünstigungen | 23 |
Weiterbildungsmöglichkeiten | 18 |
Unternehmensimage | 14 |
Aufstiegschancen | 11 |
Unterschieden zwischen Männern und Frauen
Bei den „Gründen für eine Arbeitgeberwechsel“ gab es beidseitige und teils große Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Befragten. Bei den „Gründen gegen einen Unternehmenswechsel“ dominieren eher die Männer.
Ein Blick auf die größten Unterschiede:
Faktor | Männer | Frauen | Unterschied |
---|---|---|---|
Führungskraft | 33 % | 20 % | +13 % |
Unternehmenskultur | 33 % | 25 % | + 8 % |
Aufstiegschancen | 15 % | 7 % | + 8 % |
Einen weiteren Unterschied von acht Prozentpunkten gibt es beim Faktor „Unternehmensimage“. Bei den Frauen sind die prozentualen Unterschiede deutlich geringer wie ein Blick zeigt:
Faktor | Frauen | Männer | Unterschied |
---|---|---|---|
kollegialer Zusammenhalt | 63 % | 59 % | + 4 % |
Weiterbildungsmöglichkeiten | 19 % | 17 % | + 2 % |
Wertschätzung durch den jetzigen Arbeitgeber | 44 % | 43 % | + 1 % |
Gefahr: Zusammenhalt unter Kolleg*innen
Ein starker, kollegialer Zusammenhalt hat definitiv einen Einfluss auf die Wechselwilligkeit von Mitarbeitenden. Das ist allerdings nur die eine Seite der Medaille.
Die andere Seite ist: Mitarbeitende lassen sich durch den Zusammenhalt von den eigentlichen Problemen blenden. Belastungen werden durch den Spaß im Team kompensiert. Das ist auf lange Sicht weder für den Einzelnen noch für das Team und den Arbeitgeber erstrebenswert.
Christoph Mers
Online Content Manager