
Studie zur Wechselwilligkeit 2025: 4 Fakten im Fokus
Die Wechselbereitschaft ist weiterhin hoch unter deutschen Mitarbeitenden. Doch hat die Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel Einfluss auf andere Faktoren wie Verweildauer, Zufriedenheit oder Angst vor Kündigungen?
Fakt #1: hohe Zufriedenheit trotz hoher Wechselbereitschaft
Laut einer aktuellen Studie haben sich mehr als ein Drittel der Befragt*innen bereits mit einem Arbeitgeberwechsel beschäftigt. Das sind die Gründe dafür. Diese hohe Wechselbereitschaft hat allerdings keinen negativen Einfluss auf die gegenwärtige Jobzufriedenheit.
Denn laut der Umfrage sind 85 Prozent der Befragt*innen zufrieden mit der aktuellen Arbeit. Davon sind 52 Prozent eher zufrieden. Sogar 33 Prozent sind sehr zufrieden.
Dagegen sind bloß 15 Prozent eher unzufrieden mit dem gegenwärtigen Job. Somit sorgt eine hohe Wechselbereitschaft nicht automatisch für eine größere Unzufriedenheit.
Fakt #2: langfristige Perspektive wünschenswert
Ein Arbeitgeber mit einer langfristigen Perspektive? Das Wünschen sich 56 Prozent der Befragt*innen. Diese können sich vorstellen, sechs Jahr oder länger beim gleichen Unternehmen zu bleiben.
Knapp ein Drittel würden sich sogar über einen Verbleib bis zur Rente freuen. Allerdings ist das bei Älteren, 40 Jahre und älter, häufiger der Fall.
Die restlichen 19 Prozent sind dagegen offen für eine kürze Verweildauer beim aktuellen Arbeitgeber. Sogar sieben Prozent ziehen in Erwägung, weniger als 12 Monate zu bleiben. Die restlichen 12 Prozent ziehen einen Schlussstrich nach ein bis zwei Jahren.
Fakt #3: geringe Kündigungsangst
Trotz der weiterhin wirtschaftlich angespannten Situation in Deutschland ist die Angst vor einem Jobverlust sehr gering. Denn neun von zehn Befragt*innen der Studie zur Wechselwilligkeit in 2025 gaben an, dass Sie geringe bis gar keine Angst vor einer Kündigung haben.
Somit macht sich lediglich jede*r Zehnt Sorgen um den aktuellen Job. Allerdings ist dieser Wert im Vergleich zu 2024 leicht gestiegen. Im Vorjahr waren es bloß fünf Prozent.
Fakt #4: optimistisch in die Zukunft
Sollte doch eine Kündigung erfolgen, ist das für viele Befragte kein Grund zur Sorge. Denn fast zwei Drittel sind der Überzeugung, dass Sie innerhalb von sechs Monaten einen neuen Job finden. Davon glauben 31 Prozent, dass Sie auf jeden Fall fündig werden. 33 Prozent halten es für wahrscheinlich.
Dagegen glauben 17 Prozent, dass Sie wahrscheinlich keinen neuen Arbeitgeber finde. Elf Prozent sind noch pessimistischer. Sie halten es sogar für ausgeschlossen, einen neuen Job innerhalb von sechs Monaten zu finden.
Positiver Ausblick
Arbeitnehmende blicken trotz der geopolitischen Krisen und angespannten Wirtschaft in Deutschland optimistisch in die Zukunft. Das zeigt zum einen die geringe Angst vor einem Jobverlust. Zum anderen die starke Überzeugung schnell wieder einen neuen Arbeitgeber zu finden.
Allerdings haben Faktoren wie „Jobsicherheit“ und „langfristig, sicherer Job“ an Wertigkeit unter den Mitarbeitenden zugenommen. Das Sicherheitsbedürfnis ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
Weitere Infos: Das sind Gründe für einen Arbeitgeberwechsel und Gründe gegen einen Absprung.
Arbeitgeber aufgepasst
Diese Aspekte sollten Arbeitgeber sowohl bei der aktuellen Belegschaft als auch im Recruiting berücksichtigen. Denn die Wechselbereitschaft ist weiterhin hoch. Und eine einfache Erhöhung des Gehaltes ist mittlerweile kein überzeugendes Argument, um Mitarbeitende von einem Wechsel abzuhalten.
Stattdessen sollten Arbeitgeber verstärkten Wert auf eine positive Arbeitsumgebung legen. Dazu gehört unter anderem die Schaffung eines angenehmen Betriebsklimas und ein angemessenes Verhalten der Vorgesetzten.
Christoph Mers
Online Content Manager